Die Bleichert & Co. war bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts so erfolgreich und technisch fortgeschritten, daß ihre Produkte der Seilbahn- und Fördertechnik, welche damals als Wegbereiter der modernen Transportmittel angesehen wurden, im renomierten und weltweit führenden Museum der Technik, dem Deutschen Museum aus München,  in einem eigens eingerichteten Bereich zu sehen waren.

In früheren Jahren waren im Deutschen Museum in München mehrere originale Produkte sowie Modelle von Anlagen, die die Firma Bleichert & Co.  gebaut hatte, ausgestellt.

So befanden sich seit den 1920er Jahren im Raum 106 zum Thema „Hänge- und Schwebebahnen“:

  • Modell der Mkumbara-Bahn in Deutsch-Ostafrika [von Fa. Bleichert gebaut]
  • 5 Originale der ältesten Drahtseilbahnwagen
  • Elektrohängebahn…von Bleichert & Co.

(Quelle: Rundgang durch das Deutsche Museum. Amtliche Ausgabe, 1. Auflage, München [~1925], S. 27)

Später wurden diese Objekte ergänzt von:

  • Modell der ersten Drahtseilbahn von Bleichert [in Teutschenthal]
  • Diorama der Kordilleren-Bahn [ebenfalls von Bleichert]

(Quelle: Deutsches Museum. Rundgang durch die Sammlungen, Amtliche Ausgabe …1928, München, S. 30)

Die vorgenannten Anlagen und Modelle sind auch auf Fotos zu erkennen, die sich im Archiv der Firma Bleichert befinden und die auf der Rückseite einen Stempel des Deutschen Museums tragen. Das Firmenarchiv befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv – Staatsarchiv Leipzig mit der Signatur „Bleichert Transportanlagen GmbH Leipzig“, Nr. 511.

Foto 511/130  zeigt den Ausstellungsraum 106 mit der Elektrohängebahn, die sich um die Säule in der Mitte des Raumes drehte. An der Wand  rechts sind zu erkennen u. a. ein Porträt Adolf Bleicherts, davor das Modell der ersten Drahtseilbahn Bleicherts in Teutschenthal bei Halle. Links ist ein Diorama zu sehen, vermutlich die Mkumbara-Bahn.

Von den erwähnten Anlagen sind auch Einzelaufnahmen vorhanden:

Foto 511/159: Modell der ersten Bleichert-Drahtseilbahn in Teutschenthal bei Halle

Foto 511/131: Diorama der Lastenbahn in den Kordilleren

Alle genannten Bleichert-Objekte waren mindestens bis 1940 ausgestellt.

(Quelle: Deutsches Museum, Rundgang durch die Sammlungen; Bearb von Th. Conzelmann, 5. Aufl., München 1940, S. 60/1)

Anmerkung:  Die obige Recherche und Feststellung der Museums-Exponate ist Dank einer historischen Nachforschung von Dr. M. Hötzel entstanden.

Leider hat die Nachforschung bei der zuständigen Abteilung im Deutschen Museum, bzw. die Nachfrage über den Verbleib der Exponate der Firma Bleichert, folgende Ergebniße gebracht:

– Das Modell der Mkumbara-Bahn in Deutsch Ostafrika ist nicht mehr vorhanden. Es wurde vmtl. durch Kriegseinwirkung zerstört.

– Die 5 ältesten Drahtseilbahnwagen sind nicht mehr vorhanden. Lediglich das Laufwerk eines Wagens ist noch da (siehe Foto).

– Von der Elektrohängebahn aus dem Ausstellungsraum 106 sind nur noch 6 Gondeln vorhanden (siehe Fotos).

– Das Modell der ersten Drahtseilbahn in Teutschenthal existiert zwar noch, ist aber sehr stark beschädigt. Erhalten ist eine dazu passende
Tafel mit der Darstellung einer Knotenkupplung (siehe Foto).

– Das Diarama der Lastenbahn in den Kordilleren ist nicht mehr vorhanden. Auch hier waren Kriegseinwirkungen die Ursache für die Zerstörung.

Es ist bedauerlich, daß die Mehrzahl der Exponate der Firma Bleichert den Krieg nicht überdauert haben!

Ansicht Ausstellung im Deutschen Museum um 1920:

20160503_123159 - Copia

Museums-Exponate von Bleichert & Co.  –  Museums-Depot: 

Museums-Exponate von Bleichert & Co.  –  Abteilung Landverkehr  1950ger Jahre bis etwa 2006: 

Im Deutschen Museum wurde nach 1950 wieder in der Abteilung „Landverkehr“ ein kleiner Bereich der Drahtseilbahntechnik gewidmet, die bis etwa 2006 noch zu sehen war, bis sie dann von dort ausgelagert worden ist.

b/n

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PS: Derzeit gibt es leider im Deutschen Museum keine Abteilung, die sich mit der Seilbahntechnik befaßt, noch sind irgendwelche Exponate von Seilbahn bzw. Material- und Personenschwebebahnen zu sehen, was sicherlich bedauerlich ist und dem Anspruch eines Technischen Museums mit Weltrang nicht gerecht wird.